Freunde gehen lassen

Hey ihr Lieben 🙂

Heute möchte ich über das Thema „Freunde gehen lassen“ reden. Seit ein paar Jahren beschäftige ich mich damit in vielerlei Hinsicht. Zum einen weil ich selber Freunde verloren habe, von denen ich lange dachte sie wären sehr gute Freunde. Und das waren sie auch für eine gewisse Zeitspanne in meinem Leben. Aber dann merkte ich schnell, dass sie in meine neue Lebensphase nicht mehr gepasst haben!

Und das ist nicht böse gemeint. Wir alle sind Menschen die sich verändern, die sich entwickeln, die ein Leben durchleben, das von unterschiedlichen Phasen bestimmt ist. Diese Phasen prägen uns und in diesen Lebensphasen begegnen uns ganz besondere Menschen die uns in diesen Phasen begleiten.

Bestimmt geht es euch ähnlich, wenn ihr auf euer bisheriges Leben zurückblickt und eure Phasen betrachtet: Jede Phase hatte bedeutsame Menschen, die uns in dieser Phase intensiv begleitet haben. Wir fanden Ähnlichkeiten, Gemeinsamtkeiten, waren uns sehr vertraut. Dann wurden diese Phasen von anderen abgelöst, in denen wieder andere Menschen prägsamer waren. Das Leben ist nun mal im Fluss!

Wie weiß ich nun wer meine guten Freunde sind? Diese Frage habe ich mir in den letzten Jahren oft gestellt. Ich habe für mich herausgefunden, welche Eigenschaften Freunde fürs Leben haben. Das sind Freunde, die mich nun schon sehr sehr lange begleiten und mit denen ich immer noch sehr gute Freundschaften habe. Und die andere Frage war dann: Was hatten die Freunde für Eigenschaften, die nicht dazu geführt haben, dass wir lange befreundet bleiben konnten?

Für mich sind langanhaltende Freundschaften dadurch gekennzeichnet, dass man immer für einander da ist. Auch wenn man sich mal eine Zeit lang nicht sieht, weil man so beschäftigt ist, dann sind mir diese Freunde nicht böse. Im Gegenteil, sie sagen: „Ich kenne das und ich freue mich, wenn du mir auch nicht böse bist, wenn ich mal weniger Zeit habe“. Und das ist eine sehr schätzenswerte Eigenschaft. Und auch ich selber bin nicht böse, wenn ich eine Freundin mal über Wochen nicht sehe, weil diese soviel um die Ohren hat. Dazu gehört auch die Verliebtheitsphase: Freunde gönnen einem diese Phase und wissen selber, dass man wenn man verliebt ist erstmal nicht so oft auf der Bildfläche erschreint. Aber dass sich dies auch schnell wieder ändert, denn man hat nicht ewig eine rosarote Brille auf. Und ich selber gönne dies meinen Freunden genauso sehr und freue mich für sie!

Dann ist mir sehr wichtig eine Balance im Geben und Nehmen zu haben: Redet die Person nur von sich selbst und das macht sie in jeden einzelnen Treffen die man über Jahre mit ihr hat? Geht es immer um ihre Probleme? Fühle ich mich nach dem Treffen immer ausgesaugt, weil ich in meiner Hilfsbereitschaft gebe und gebe und sie nur nimmt? Welche Eigenschaften laugen mich aus, machen dass ich mich nach dem Treffen/Telefonat nicht gut fühle? Das ist ein Punkt, in dem ich für mich entschließe, dass mir diese Freundschaft nicht mehr gut tut. Sie tat mal gut in einer anderen Phase. Aber Treffen mit Freunden sollten auf lange Zeit ein gutes Gefühl hinterlassen. Ist das bei jedem Treffen das man über Jahre hat nicht der Fall, dann sollte man sich fragen, ob diese Freundschaft Bestand für einen hat oder ob man diese Person lieber gehen lassen sollte.

Reden können: Das ist so wichtig für mich! Ich weiß nicht wie es euch geht, aber ich hab schon Menschen getroffen, mit denen ich einiges gemeinsam hatte. Aber mit denen ich nicht reden konnte! Denn ich habe immer versucht ein Thema zu beginnen, dann kam ein Satz zurück und beendet war das Gespräch, weil das Gegenüber einfach nichts zu sagen hatte! Auch das ist für mich persönlich keine Eigenschaft für eine langanhaltende Freundschaft. Wo ist der Sinn, wenn man sich nichts zu sagen hat und nur schweigt? Wenn man sich selbst nur bemüht um ein Gespräch, aber nichts kommt zurück?

Gutes Miteinander, liebevolles Umgehen: Man redet nicht hinterm Rücken über andere Freunde, man lästert nicht und man sollte nicht etwas über sich über eine dritte Person erfahren. Man sagt sich in liebevoller Art und ehrlich, was einen stört und was man sich wünscht. Man macht dies nicht auf eine ruppige Art und Weise. Das verletzt ziemlich stark und so kann man dieses Problem nicht wirklich akzeptieren. Ich denke in einer Freundesgruppe ist es das Schlimmste, was man einer Person dieser Gruppe antun kann, über diese hinter ihrem Rücken zu reden, aber dass diese Person es dennoch irgendwann erfährt. Das Gefühl das man dabei spürt ist : Man fühlt sich ausgeschlossen und nicht akzeptiert. Zum liebevollen Miteinander gehört auch: liebevolle Gesten wie Zeit & Ohr schenken, kleine Geschenke machen können, wenn man will, einfach zeigen, dass die Freundschaft einem wichtig ist.

Wenn man ein Problem hat kann man es mit einer dritten Freundin bequatschen, um Rat zu bekommen, ja. Aber nicht dauerhaftes Lästern und die betroffene Person immer mehr ins Negative abrutschen lassen.

Zusammenhalt: In schlimmen Phasen der Freundin beistehen, ihr helfen darüber hinweg zu kommen und ihr Problem zu lösen. Sich bewusst machen, dass es nur eine Phase ist und dass die andere Person genauso für einen da ist, wie man selbst für sie.

Gemeinsame Zeit und Erinnerung: Man räumt sich soviel Zeit füreinander ein, wie man braucht und man ist stolz auf die Momente die man schon miteinander erlebt hat.

Distanz: Ich hab es oben schonmal angesprochen, aber mit Distanz meine ich auch, wenn eine Person länger im Ausland lebt. Sei es Urlaub, ein Auslandsaufenthalt oder weil die Person in einem anderen Land lebt. Dennoch ist alles wie früher, wenn man die Person wiedersieht. Man fühlt sich gut dabei, man quatscht und nimmt sich in den Arm. Das ist wichtig. Man ist sich nicht böse aufgrund weniger Kontakt, man freut sich dass alles so ist wie immer.

„Freunde kommen und gehen“- Ein bekannter Spruch. Ich ergänze: Aber wahre Freunde bleiben für immer.

Es tut weh, Freunde gehen zu lassen aufgrund der Erinnerungen die man an sie hat. Dennoch ist es auf die Dauer besser für einen selber, es stärkt einen sich nur von den Menschen umgeben zu lassen, die einem wirklich gut tun. Irgendwann geht auch der Schmerz vorbei an diese vergangene Freundschaft, man kann sich auch mit einem Lächeln daran zurückerinnern und akzeptieren, dass es so gelaufen ist, wie es gelaufen ist. Man verzeiht der Person auch für negative Erfahrungen oder ein ungutes Ende und man verzeiht sich selber.

Was für Erfahrungen habt ihr gemacht?

Würde mich interessieren! Euch noch ein schönes Wochenende!

 

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3 Gedanken zu “Freunde gehen lassen

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